
Der Kennzahlen-Katalog - jede Zahl mit Definition und Vorbedingung
Eine Kennzahl ohne Definition ist eine Meinung mit Nachkommastellen. „Verweildauer“, „Belegung“ oder „Capture Rate“ heissen bei zwei Anbietern gleich und bedeuten oft etwas anderes - und wer das nicht weiss, vergleicht zwei Zahlen, die nie vergleichbar waren.
Diese Seite ist der Nachschlageteil der Reihe. Sie erklärt nichts ein zweites Mal, sondern sagt je Kennzahl in einer Zeile, was sie misst, was sie voraussetzt und in welchem Beitrag sie ausführlich steht. Wer eine Ausschreibung schreibt, ein Angebot prüft oder eine Zahl in einem Bericht nicht versteht, findet hier den Einstieg.
Drei Regeln, die für jede Kennzahl gelten
- Jede Zahl hat einen Nenner. Ein Anteil ohne Angabe, worauf er sich bezieht, ist nicht lesbar. Warum das bei Demografie und Standortvergleichen entscheidend ist, steht in Was ein Zähler unterscheiden kann und Standorte vergleichen.
- Was nicht gemessen ist, sieht auch so aus. Ein Strich oder „unbekannt“, nie eine schmeichelhafte Null. Warum, steht in Der halbe Ausfall.
- Gemessen und geschätzt sind zwei Zustände. Eine geschätzte Zahl trägt diese Herkunft sichtbar. Alle drei Zustände - gemessen, geschätzt, nicht gemessen - stehen in Warteschlangen steuern.
Zählung und Belegung
| Kennzahl | Was sie misst | Was sie voraussetzt | Ausführlich |
|---|---|---|---|
| Besucher | Eintritte über eine Zähllinie, je Minute gespeichert | eine Zähllinie mit passend benannter Zähllogik auf dem Sensor | Von der Bewegung zur Zahl |
| Auflösung | Minute bis Jahr; je länger der Zeitraum, desto gröber das feinste Raster | keine | Belegung ist eine Bilanz |
| Live-Belegung | Eintritte minus Austritte seit dem nächtlichen Nullpunkt, nie unter null | eine Zähllinie, die beide Richtungen zählt | Belegung ist eine Bilanz |
| Auslastung und Ampel | Belegung geteilt durch die Maximalbelegung; gelb ab 80, rot ab 100 Prozent als Vorgabe | eine gepflegte Maximalbelegung je Standort | Belegung ist eine Bilanz |
| Spitzenstunde, -tag, -woche, -monat | das Maximum der gezeichneten Reihe, beschreibend | keine | Belegung ist eine Bilanz |
| Beste Besuchszeit | die ruhigsten Stunden der nächsten zwölf, aus einem gewichteten Wochentagsmittel | rund vier Wochen Historie | Belegung ist eine Bilanz |
Zonen und Verhalten
| Kennzahl | Was sie misst | Was sie voraussetzt | Ausführlich |
|---|---|---|---|
| Ø Verweildauer je Zone | Summe der Aufenthaltszeiten geteilt durch die Zahl der Besuche, vom Sensor beim Verlassen der Zone gemessen | Zonen auf dem Sensor, Zonenauswertung freigeschaltet | Verweildauer messen |
| Besuche je Zone | abgeschlossene Besuche, also Austritte | wie oben | Verweildauer messen |
| Vier Verhaltensstufen | je Besuch: unter 5 Sekunden Durchgang, unter 30 Sekunden Browser, unter 2 Minuten Shopper, darüber Committed | wie oben | Verweildauer messen |
| Engagement Rate | Anteil der Besuche mit mindestens 30 Sekunden in der Zone | wie oben | Verweildauer messen |
| Capture Rate | Besuche der Zone geteilt durch Besucher des Standorts; kann über 100 Prozent liegen | wie oben | Verweildauer messen |
| Stichprobenboden | eine Zone wird erst ab mindestens 5 Besuchen und 5 Prozent aller Zonenbesuche bewertet | gilt für jeden Zonenvergleich | Verweildauer messen |
| Live-Zonenbelegung | Eintritte minus Austritte je Zone; nach 3 Minuten ohne Daten „veraltet“ | Kapazität je Zone gepflegt | Verweildauer messen |
| Wege | die häufigsten Zonenfolgen, Einstiegs- und Ausstiegszonen, Anteil der Wege mit höchstens einer Zone | Sensorauswertung freigeschaltet | Die Besucher, die nicht kaufen |
Demografie, Objekte und Warten
| Kennzahl | Was sie misst | Was sie voraussetzt | Ausführlich |
|---|---|---|---|
| Geschlechterverteilung | Anteil an der geschlechtszugeordneten Population, nicht an allen Besuchern | Zusatzfunktion auf dem Sensor, Montagehöhe 2,40 bis 4,00 m | Was ein Zähler unterscheiden kann |
| Altersverteilung | sieben Klassen von 0-17 bis 65 und älter, als Verteilung | Zusatzfunktion und ein Alterszähler auf dem Sensor | Was ein Zähler unterscheiden kann |
| Objekte | Fahrräder, Kinderwagen, Rollstühle, Einkaufswagen als Sichtungen, nicht als Eintritte | Zusatzfunktion, Montagehöhe bis 3,50 m | Was ein Zähler unterscheiden kann |
| Gruppen | ein Index der Gruppenpräsenz je 100 Besucher, kann über 100 liegen | Gruppenzählung, Teil der Sensor-Firmware | Was ein Zähler unterscheiden kann |
| Blickrichtung und Attention Rate | Richtungsprofil mit Zirkularmittel; Betrachter geteilt durch Besucher | Zusatzfunktion, Montagehöhe 2,40 bis 4,00 m | Was ein Zähler unterscheiden kann |
| Gehgeschwindigkeit | aus Positionsänderungen berechnet, drei Klassen mit Grenzen bei 0,5, 1,5 und 2,5 m/s | Sensorauswertung freigeschaltet | Was ein Zähler unterscheiden kann |
| Körpergrösse und Kinderanteil | fünf Klassen, Grenzen rückwirkend änderbar | Sensorauswertung freigeschaltet | Was ein Zähler unterscheiden kann |
| Wartezeit | gemessen aus beobachteten Warteepisoden oder geschätzt aus Kopfzahl und Bedienzeit - mit sichtbarer Herkunft | Warte- und Servicezonen konfiguriert | Warteschlangen steuern |
| Durchsatz | Austritte aus der Warteschlangenzone je Minute | Warteschlangenauswertung freigeschaltet | Warteschlangen im Betrieb |
Statistik, Prognose und Kontext
| Kennzahl | Was sie misst | Was sie voraussetzt | Ausführlich |
|---|---|---|---|
| Korrelation | Pearson r mit exaktem p-Wert, signifikant ist der korrigierte q-Wert unter 0,05 | mindestens 7 Tage mit Sensordaten | Prognose und Anomalie |
| Anomalie | robuste Abweichung vom Median, ab einem Betrag von 2,5 oder ausserhalb des Interquartilszauns | mindestens 14 messbare Tage je Kennzahl | Prognose und Anomalie |
| Besucherprognose | Holt-Winters mit Wochensaison, mit Unsicherheitsband | mindestens 14 beobachtete Tage | Prognose und Anomalie |
| Einflussfaktoren | welche Faktoren die Besucherzahl erklären, als Rang | 14 Tage rechenbar, 28 brauchbar, 60 belastbar | Prognose und Anomalie |
| Öffnungszeiten-Analyse | Beitrag jeder Stunde zum Tagesmittel | gepflegte Öffnungszeiten, mindestens 3 Tage je Wochentag | Prognose und Anomalie |
| Wetterkorrelation | Zusammenhang zwischen Besucherzahl und Temperatur oder Regen | eigener Wetterdienst-Schlüssel, Koordinaten, 7 nutzbare Tage | Kontext: Wetter, Ferien und Personal |
| Besucher je Mitarbeitenden | Verhältnis der Summen über den Zeitraum, nicht Mittel der Tageswerte | erfasste Kopfzahl je Schicht | Kontext: Wetter, Ferien und Personal |
| Personalbedarf je Stunde | Empfehlung aus dem 75. Perzentil der Frequenz je Wochentag und Stunde | Personalplanung freigeschaltet | Die Besucher, die nicht kaufen |
Mehrere Standorte und Alarme
| Kennzahl | Was sie misst | Was sie voraussetzt | Ausführlich |
|---|---|---|---|
| Abdeckung | Tage mit Meldung geteilt durch Kalendertage | Clusterauswertung freigeschaltet | Standorte vergleichen |
| Zwei Nenner im Cluster | die Kachel rechnet gegen Kalendertage, Bewertung und Rangliste gegen Berichtstage | bewusst verschieden | Standorte vergleichen |
| Abweichung vom Cluster | Standortmittel gegen Clustermittel in Prozent; Perzentile ab vier Standorten | mindestens vier berichtende Standorte für Perzentile | Standorte vergleichen |
| Belegungsalarm | Auslösung beim Überschreiten der Kapazität oder beim Unterschreiten einer Mindestbesetzung | Alarmkonfiguration je Standort | Alarmierung |
| Trendalarm | Abweichung gegen Vorwoche, Vormonat oder Vorjahreswoche | je Fenster mindestens 5 Tage mit Daten, im Basisfenster mindestens 50 Besucher | Alarmierung |
| Ausgeschlossene Tage | Tage, an denen ein Sensor nur teilweise geliefert hat, stehen am Ergebnis | gilt für Korrelation, Öffnungszeiten und Wetter | Der halbe Ausfall |
| Schnittstelle und Webhooks | REST-Abruf mit bereichsbeschränkten Schlüsseln, signierte Ereignisse mit Wiederholung | Schnittstelle freigeschaltet | Offene Schnittstellen |
Wie man diesen Katalog in einer Ausschreibung verwendet
Die Tabellen oben lassen sich direkt in eine Anforderungsliste übertragen. Drei Fragen machen aus jeder Zeile eine prüfbare Anforderung:
- Wie ist die Kennzahl definiert? Nicht der Name zählt, sondern die Formel und ihr Nenner.
- Was setzt sie voraus? Lizenz, Montagehöhe, Konfiguration und Mindestzahl an Tagen. Warum das vor der Montage feststehen muss, steht in Sensorplanung.
- Was zeigt das System, solange die Voraussetzung fehlt? Einen benannten Leerzustand oder eine Zahl, die nur so aussieht. Ab welchem Tag welche Auswertung trägt, steht in Einführung.
Wie wir das machen
Jede Kennzahl im ANALYSIT Counting System hat eine nachlesbare Formel und eine benannte Vorbedingung, und beide stehen in dieser Übersicht. Wo nichts gemessen wurde, zeigt ACS einen Strich statt einer schmeichelhaften Null; unterhalb jeder Schwelle erscheint ein benannter Leerzustand, und eine geschätzte Wartezeit trägt sichtbar GESCHÄTZT.
Jede Zahl, die wir dir zeigen, ist entweder gemessen und mit Formel hinterlegt, oder sie ist ausdrücklich als deine Annahme gekennzeichnet. Wenn du eine Kennzahl in deiner Ausschreibung oder in einem Angebot prüfen willst, sprich mit uns. Wir legen die Formel daneben.
